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DIS-Kommentare

Kommentierung des ISO/DIS 26000 (DIS = Draft International Standard)                 15. November 2009

Inhalt Kommentare, Vorschlag, Perspektiven, Herunterladbare Dokumente eischließlich der Einzelkommentare im
ISO-Template-Format (in English); Vorschlag eines “ISO 26000 kompakt” Leitfadens

Vorbemerkung: Wie die ganze Website stellen auch die folgenden Überlegungen und Kommentare die persönliche Sicht des Autors dar und nicht die einer Organisation. Wie auf der Homepage erwähnt, wird großer Wert auf die Feststellung gelegt, dass es das einzige Ziel ist, so viel wie möglich zum Erfolg dieses ISO-Projektes beizutragen.
In voller Anerkennung der Souveränität der nationalen ISO-Mitgliedsorganisationen ist in keiner Weise
beabsichtigt, deren Entscheidungsverfahren in irgendeiner Weise zu beeinflussen.

Auf den ersten Blick mögen diese Kommentare nicht so sehr freundlich aussehen, auf den zweiten sind sie aber überaus konstruktiv, zum Besten des Leitfadens ISO 26000 und seiner einfachen globalen Anwendung. Der Autor bittet um Entschuldigung, falls andere Eindrücke entstehen sollten.

Einleitung

Es sei daran erinnert, dass der ISO-Arbeitsprozess aus verschiedenen Stufen besteht. Die Abstimmung zum vorangegangenen CD hatte das Ergebnis, dass die formale Anforderung erfüllt wurde, wonach zwei Drittel der P-Mitglieder (aktiv teilnehmende) der Arbeitsgruppe WG SR positiv abstimmen müssen, damit das Dokument in die nächste Arbeitsphase (DIS) gehen kann; von den 82 Ländern, die als P-Mitglieder in der WG SR tätig sind und Abstimmrechte haben, wurden 69 Stimmen abgegeben, 23 dagegen und 46 dafür.

Gemäß den ISO-Regeln besteht der Hauptzweck der CD-Abstimmung darin, erstmalig die nationalen ISO-Mitglieder (nicht die Personen in der WG SR) zu befragen und, falls vorhanden, deren größere Bedenken zu erfahren, damit der Standard entsprechend ergänzt/geändert werden kann. Ziel dabei ist, dass die negativen CD-Abstimmungen dann positive DIS-Abstimmungen werden.

Bei Durchsicht des DIS-Dokuments ist allerdings zu beobachten, dass mehrere der größeren Bedenken nicht ausreichend behandelt worden zu sein scheinen.

1. Kommentare
Die DIS-Phase ist gemäß ISO-Regeln die entscheidende Phase, Bilanz zu ziehen und zu sehen, ob der Entwurf seinen Zweck erfüllt, d.h. weltweit ein besseres Verhalten von Organisationen in Sachen gesellschaftlicher Verantwortung zu fördern, gleich welche Größe oder welchen Sitz sie haben oder von welcher Art sie sind und ob die Aufgabenstellung für den Entwurf (Dokument N049, Design Specification) erfüllt ist.

In Anerkennung

  • der seit 2005 gemachten Fortschritte
  • der experimentellen Projektorganisation mit direkter Beteiligung der betroffenen Kreise (Stakeholder) in einem Gebiet, auf das die ISO nicht gut vorbereitet zu sein scheint, nämlich gesellschaftsbezogene bzw. Gesellschaftsregeln schaffende Standards
  • der Komplexität und der unglaublichen Breite des Gebietes „gesellschaftliche Verantwortung“
  • der kulturellen Merkmale und Unterschiede von „Gesellschaften“ und „Organisationen“
  • der Leistungen aller tätigen Experten, Beobachter und des Führungsteams, unter besonderer Wertschätzung der Arbeit der IDTF (Integrated Drafting Task Force)
  • der Projektkosten von bei weitem mehr als 72 Millionen US-Dollar (51 für die WG SR und 21 in nationalen Spiegelkomitees),

weiter feststellend, dass

  • der Erfolg in der breitest möglichen praktischen weltweiten Anwendung des ISO 26000 Leitfadens besteht 
  • der Erfolg des Projektes nicht darin zu sehen ist, dass es die abschließende Phase erreicht und der Leitfaden ISO 26000 als “Internationaler Standard” veröffentlicht wird
  • die Anwendung des DIS der bei weitem größten zu erwartenden Zielgruppe, nämlich kleinen und mittleren Organisationen (SMOs), Probleme bereiten wird,
     

führt zu der Schlussfolgerung, dass der DIS noch nicht die Reife und Qualität erreicht hat, die sowohl einem ISO-Standard als auch dem Gebiet der „gesellschaftlichen Verantwortung“ gebühren.

Dies ist in keiner Weise Kritik an den Experten oder dem Führungsteam der Arbeitsgruppe WG SR, die mit äußerstem Einsatz und Enthusiasmus an den diversen Entwürfen gearbeitet haben; es wirft vielmehr die Frage auf, ob das ISO-System geeignet und ausreichend vorbereitet ist, gesellschaftsbezogene Standards zu erarbeiten.

In größerer Detaillierung gehen die Kommentare auf folgende Punkte ein (siehe dazu das herunterladbare mit Inhalt gefüllte “Template” (Formular)):

  • Charakterisierung von “Gesellschaft”; Fehlen einer anwendbaren Definition dieses Kernbegriffs
  • Notwendigkeit eines multiplen Lösungsansatzes anstelle des praktizierten alles-in-einem Ansatzes
  • Praktikable Anleitungen: weniger WAS SOLLTE ICH, mehr WIE MACHE ICH; ein 80-Seiten Dokument (ohne die Anhänge) kann nur gerechtfertigt werden, wenn etwa die Hälfte praktikable beispielhafte Anleitungen enthält
  • Auswahl der Beteiligten („Stakeholder“) für die Arbeitsgruppe WG SR; Fehlen betroffener Kreise, die die „Gesellschaft“ vertreten
  • Anwender-/Nutzer-Einfluss; Fehlen des Einbeziehens von Anwendern, von Anwenderbefragungen und praktischen Erprobungstests
  • Umfang von ca. 100 Seiten; vollinhaltlich selbständiges Dokument versus Dokument mit Verweisen auf andere Quellen; Anwendbarkeit für kleine und mittlere Organisationen
  • Komplementär zu anderen “Instrumenten und Initiativen” sein; eine Aussage, die nicht belegt wird
  • Grenzlinie zwischen einem ISO-Leitfaden (Guidance Standard) und anwendbarem Recht; unklar, dass im Zweifelsfall immer das geltende nationale Recht vorrangig zu beachten ist
  • Bedeutung (Relevanz, Wichtigkeit) aller Kernbereiche für jede Organisation; inkonsistente Aussagen
  • Einschränkung des Scope (Anwendungsbereich und Zweck) des Leitfadens bzgl. der Anwendbarkeit für alle Organisationen; es werden Beispiele von Organisationen genannt, für die der ISO 26000 nicht anwendbar sein wird
  • Nichterfüllung der Aufgabenstellung (des NWIP New Work Item Proposal) betreffend
    - konsistent mit und nicht im Widerspruch zu bestehenden Dokumenten, internationalen
      Verträgen und Abkommen sowie bestehenden ISO-Standards zu sein
    - Anwendbarkeit  für alle Arten von Organisationen
    - Eingrenzung der Ausbreitung von Sektor- oder Branchen-Standards
    - Handelserleichterungen
    - Ergänzung von und Widerspruchsfreiheit mit anderen bestehenden Standards zur
      gesellschaftliche Verantwortung
    - Leichte Verständlichkeit
  • Anwendbarkeit für Regierungen; unklar, ob/dass der ISO 26000 anwendbar ist in regierungseigenen oder von der Regierung betriebenen Verwaltungsorganisationen und Wirtschaftsbetrieben
  • Niemand kann die Rolle von Regierungen übernehmen; fehlende Anleitung, dass Regierungen Mindestverpflichtungen einschließlich der Durchsetzung geltenden Rechts zu erfüllen haben als Voraussetzung dafür, dass sich Gesellschaften positiv entwickeln können
  • Probleme mit Definitionen:
    -  2.1.4 verkehrsübliche Sorgfalt (due diligence)
    -  2.1.6 ethisches Verhalten (ethical behavior)
    -  2.1.10 internationale Verhaltensnormen (international norms of behavior)
    -  2.1.12  Organisation (organization)
    -  2.1.18 gesellschaftliche Verantwortung (social responsibility)
    -  2.1.20 Stakeholder (betroffene Kreise, „stakeholder“)
  • Das ISO-System und seine Eignung für Sozialstandards und gesellschaftsbezogene Standards:
    - Prinzip nationaler Delegationen; Zweifel, ob diese in ausreichendem Maße Vertreter der
      Gesellschaft einschließen
    - Prinzip „ein Land, eine Stimme“; Zweifel, ob damit die unterschiedlichen Größen und Arten
      von Gesellschaften in angemessener Weise im Abstimmungsergebnis abgebildet werden
    - Handhabung tausender Kommentare: durch das Gruppieren der Kommentare geht
      tendenziell Substanz verloren
    - Einbeziehung von D-Liaison-Organisationen; Zweifel, ob deren „Meinungen“ (sie haben
      keine Stimmberechtigung) beim Auszählen der Stimmen der ISO-Mitglieder in
      angemessener Weise berücksichtigt werden.

Als Folge hieraus sollte das Dokument N172 ISO/DIS 26000 weitere Änderungen und Verbesserungen erhalten, wenn die weltweiten Erwartungen der Anwender erfüllt werden sollen.

Sind größere Änderungen zu diesem späten Zeitpunkt im ISO-Prozess zu rechtfertigen? JA, denn gemäß den ISO/IEC-Regeln ist die DIS-Phase die letzte Gelegenheit, substanzielle Kommentare vorzubringen und größere Änderungen zu fordern.

Wenn vorgeschlagene größere Änderungen nicht vorgenommen werden, wird der ISO 26000 nicht der Erfolg werden, der einem ISO-Standard und dem Gebiet der gesellschaftlichen Verantwortung gebührt. Denn die Folgeausgabe des Dokuments wird dann nur kleinere Änderungen erfahren und als FDIS (Final Draft International Standard) zur Schlussabstimmung gestellt, wobei ISO-Mitglieder dann die nur mit JA oder NEIN stimmen können; weitere Kommentare können dann nicht mehr eingebracht werden.

 

2. Vorschlag

A. ISO’s Unvorbereitet-sein für gesellschaftsbezogene Standardisierung  
Das ISO-Standardisierungssystem wird global geschätzt als ein System zur Vereinheitlichung technischer Sachverhalte. Entsprechend haben sich seine Strukturen und Verfahren herausgebildet. Nach weltweitem Verständnis bringt die Vereinheitlichung technischer Sachverhalte den Menschen Vorteile.

Das gilt nicht für gesellschaftsbezogene Standardisierung. Gesellschaften wollen ihre Identität und ihre Unterschiede zu anderen Gesellschaften bewahren. Es wäre eine grobe Fehlauffassung, zu glauben, dass es einen „Marktbedarf“ für irgendeine Vereinheitlichung oder Harmonisierung gesellschaftsbezogener Punkte gäbe. [Es wird daran erinnert, dass COPOLCO, das ISO-Komitee für Verbraucherangelegenheiten, die Projektidee in einer Zeit vorbrachte, als Skandale unsozialen Verhaltens wie bei Enron oder Worldcom die Diskussion beherrschten und dass der Gesetzgeber Vorkehrungen für deren Nicht-Wiederholung getroffen hat.]

Zu einem internationalen Anleitungsstandard für gesellschaftliche Verantwortung gibt es noch kein weltweit einheitliches Verständnis. Da sich soziale und gesellschaftsbezogene Evolutionsprozesse über längere Zeiträume erstrecken, muss ein erfolgreiches Projekt eine multiplen Lösungsansatz verfolgen, der komplementär zu bestehenden Ansätzen und zu laufenden Entwicklungen ist.

Ein derartiges Projekt sollte
erstens die global gemeinsam getragenen Ziele identifizieren und
zweitens Wert auf die Vorstellung legen, dass die globalen Unterschiede akzeptiert sind, wie man die Empfehlungen in bestehenden geographischen, kulturellen und gesetzlichen Verhältnissen am besten umsetzt.

Damit würde ein internationales Anleitungsdokument am ehesten von allen legitimen Einrichtungen einschließlich der Regierungen aufgefasst werden als ein wünschenswertes und diversifiziertes Hilfsmittel, um die global gemeinsam getragenen Ziele Wirklichkeit werden zu lassen. Besonders Regierungen würden sich aufgerufen (nicht gezwungen) fühlen, den Anstoß dafür zu geben, dass die Anleitungen praktisch umgesetzt werden über entsprechende Änderungen in Gesetzen und Politik auf nationaler, städtischer und lokaler Ebene.

Es wäre kontraproduktiv, wenn solche Änderungen als von äußeren Kräften aufgezwungen angesehen würden, besonders wenn dies Kräfte wären, die aus den Änderungen oder der Zerstörung bestehenden nationalen oder gesellschaftlichen Wohlergehens und Harmonie Profit schlagen wollen.

Auf diesen Gedanken aufbauend scheint der vorliegende DIS eher einer westlichen Kultur und Denkweise zu folgen und asiatische, islamische oder afrikanische Kulturen nicht sichtbar zu berücksichtigen.

In Anbetracht der Projekterfahrung von über fünf Jahren sind Zweifel angebracht, ob die ISO, einst für technische Standardisierung gegründet, die richtige Stelle für Standardisierung internationaler gesellschaftsbezogener Belange sein kann, die normalerweise und richtigerweise in den Kompetenzbereich nationaler Behörden und weiterer nationaler „Sozialpartner“ gehören.

B. Beendigung des Projekts mit einem ISO TR
Es wird vorgeschlagen, den vorliegenden DIS als einen ISO TR (“Technical Report”) zu bewahren, auch wenn es sich nicht um ein „technisches“ Dokument handelt, und das ISO 26000 Projekt selbst mit diesem Ergebnis zu beenden.

Der „Technische Bericht“ wäre dann zu sehen als ein Schritt auf der Suche nach einer akzeptablen Behandlungsweise von gesellschaftlicher Verantwortung in einer Weltgemeinschaft unterschiedlicher Nationen.

C. Mögliche Eignung einer zu gründenden internationalen Organisation für gesellschaftsbezogene Benchmarks und Standards  (society related benchmarks and standards, Arbeitstitel ‘SBS’)
Angesichts einer stetig wachsenden Weltbevölkerung, der nur die gleichen begrenzten Ressourcen zur Verfügung stehen, wird der Vorschlag gemacht, die Gründung einer internationalen Organisation für gesellschaftsbezogene Benchmarks und Standards zu prüfen, die eine Gemeinschaftsgründung globaler Organisationen wie UN, ILO, ICC, IOE und WBCSD sein könnte und regionale Organisationen wie ASEAN und APEC einschließt, damit alle Regionen angemessen vertreten sind; ISO würde die Rolle eines „Sonderberaters“ übernehmen.

Diese Organisation SBS sollte sich aus Mitgliedern und Persönlichkeiten zusammensetzen, die die unterschiedlichen gesellschaftlichen Belange verantwortlich vertreten können und in ihrer persönlichen Kompetenz anerkannt sind.

Die Satzung der Organisation sollte auf den global gemeinsam getragenen Zielen für gesellschaftsbezogene Benchmarks und Standards fußen.

Diese Organisation sollte ihre eignen Arbeitsregeln haben, die sich von den ISO/IEC-Direktiven für technische Arbeit insbesondere unterscheiden bzgl.

  • Mitgliedern, “betroffenen Kreisen” und Stakeholdern
  • Kriterien zur Aufnahme neuer Arbeitspositionen
  • Direkter Beteiligung der betroffenen Kreise, komplementär zu dem ISO-Prinzip, wonach  nationale Delegationen alle “betroffenen Kreise” einschließen
  • Arbeitsverfahren einschließlich Konsensbildung und Stimmrechten
  • Pflichten und Wahlmöglichkeiten zur nationalen Umsetzung und Anwendung verabschiedeter Gesellschaftsstandards in die nationalen Regelwerke.
     

Die SBS Organisation könnte ein neues Projekt wagen, idem der ISO 26000 umgeschrieben wird und auf den global gemeinsam getragenen Zielen basiert und

  • die weltweit unterschiedlichen Wertvorstellungen, Religionen und Kulturen angemssen berücksichtigt
  • die Dynamik anerkennt, mit der sich gesellschaftliche Verantwortung auf nationaler, städtischer und lokaler Ebene entwickelt
  • dessen Stil ermutigend und motivierend ist, nicht lehrmeisterhaft
  • keine inneren Redundanzen aufweist
  • frei von Überlappungen mit international Normen wie der Serie ISO 14000 ist und
  • keine Überlappungen mit Dokumenten anderer Organisationen hat.

3. Perspektiven
Zumindest diese drei sind erwähnenswert:

Perspectiven ABC F1 deutsch

 

Perspectiven ABC F2 deutsch

Die beiden Folien sind hier herunterladbar im PPT-Format.

4. Herunterladbare Dokumente

Der ISO/DIS 26000 ist für jedermann verfügbar auf dem ISO WG SR Server unter diesem Link:
http://isotc.iso.org/livelink/livelink/fetch/2000/2122/830949/3934883/3935837/3974907/N172_ISO_DIS_26000__E_.pdf?nodeid=8385467&vernum=0

Ferner sind die Einzelkommentare verfügbar (im geforderten ISO-Musterformat)

5. Vorschlag eines Leitfadens “ISO 26000 kompakt” (3. Januar 2010)

Je nach Abstimmungsergebniss (per 14. Februar 2010) eröffnet sich die Chance, den derzeitigen DIS-Entwurf als “ISO Technischen Bericht” zu bewahren und eine kompakte Version zu entwickeln. Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem ISO 26000 Projekt würde die Entwicklung eines solchen „ISO 26000 kompakt“ Leitfadens nicht mehr als 2 Monate (Nettozeit) erfordern, nachdem die Entwurfsgruppe in angemessener Weise zusammengesetzt wurde.

Der “ISO 26000 kompakt” sollte die folgenden Eigenschaften verwirklichen:

  • Gesellschaftsvertretung: wirkliche Vertretung der vielfältigen weltweit existierenden Gesellschaften z.B. durch die zusätzliche Einbeziehung ihrer Organisationen aus Religion, Kultur, Geschichte und Gesundheitswesen (die heutigen Stakeholder in der WG SR vertreten bestenfalls die Hälfte gesellschaftlicher Gruppen)
     
  • Gemeinsam getragene globale Wertvorstellungen: die Arbeiten fußen auf gemeinsam getragenen Wertvorstellungen zur gesellschaftlichen Verantwortung, über die allgemeines Einverständnis erzielt worden ist (der DIS-Entwurf ist eher eine Sammlung von Wunschvorstellungen der Arbeitsgruppenmitglieder) 
     
  • Anerkennung der Dynamik gesellschaftlicher Verantwortung: Einigkeit darüber, dass gesellschaftliche Verantwortung ein dynamischer Prozess ist, den eine Tagesflexibilität kennzeichnet, die auf sich rasch ändernde lokale Notwendigkeiten eingehen kann
     
  • Nicht-Zertifizierung:
    feststellend, dass der Glaube, mit einem Zertifikat alles Notwendige getan zu haben, Geist und Dynamik gesellschaftlicher Verantwortung missachtet und für das Voranbringen gesellschaftlicher Verantwortung kontraproduktiv ist;
    aussagend, dass Zertifizierung gegen ISO 26000 Missbrauch und unsoziales Verhalten ist;
    feststellend, dass „Derivate-Standards“ zur Zertifizierung gesellschaftlicher Verantwortung (die behaupten „…in Einklang mit ISO 26000 …“ o.ä. zu sein) unethisch sind, zumal der Kernstandard mit Absicht nicht zertifizierbar ist
     
  • Vorab-Nutzerbefragung: vor Beginn der Textentwurfsarbeiten wird eine professionelle Nutzerbefragung durchgeführt und ihre Ergebnisse werden berücksichtigt
     
  • Gezielte und praktische Anleitung: ein Dokument mit fokussierten und praktisch umsetzbaren Vorschlägen (der Grundsatz “Weniger ist mehr!” gilt hier in vollem Umfang);  ein  Dokument, das praktische Anleitung bietet, WIE o.g. gemeinsam getragene Wertvorstellungen unterstützt werden (keine Liste mit „WAS-sollte-Aussagen“, kein Handbuch mit lehrhaften Erklärungen)
     
  • Inbezugnahme anderer Quellen: ein  Dokument, das andere Quellen referenziert anstatt die gleichen Themen nochmals zu beschreiben (was zu einem viel kürzeren Dokument führt)
     
  • Kurz und motivierend: ein motivierendes und überzeugendes Dokument, das den Nutzen gesellschaftlich verantwortlichen Handelns betont; ein Dokument, das jeder unbedingt anwenden möchte; ein Dokument von max. 30 Seiten, das jeder spannend bis zur letzten Seite findet und sich aufgerufen fühlt, wirklich etwas zur Verbesserung gesellschaftlich verantwortlichen Handelns zu unternehmen.

Dieser Vorschlag kann als Word-Dokument hier heruntergeladen werden.

 

 

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